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Aus dem Konjunkturpaket II stehen der Stadt Lüdenscheid 1,73 Mio. € zur Förderung der Infrastruktur zur Verfügung. Von dieser Summe sollen lt. Ratsbeschluss vom 14.12.2009 alleine 600 TEUR für die Errichtung eines Mehrgenerationenspielplatzes sowie 270 TEUR für die Sanierung des aufstehenden Gebäudes verwendet werden. Dieser Betrag könnte für verschiedene andere, wichtigere Projekte verwendet werden. Nach Bekanntwerden des Beschlusses haben viele Bürger-/innen ihren Unmut und Unverständnis darüber geäußert und den Sinn dieser Maßnahme in Frage gestellt. Sie halten diese hohe Ausgabe - bei einem Haushaltsdefizit von 60 Mio. Euro - für ein einzelnes Projekt zur Erfüllung einer „Vision“ der Partei Bündnis 90/Die Grünen für nicht gerechtfertigt.

Zur Verwendung der Mittel liegt uns vom Finanzministerium folgende Mitteilung vor: „gem. § 3 ZuInvG werden die Finanzhilfe für Investitionen mit den Schwerpunkten Bildungsinfrastruktur und Infrastruktur gewährt. Neben Investitionen für Einrichtungen der frühkindlichen Infrastruktur, Hochschulen, Forschung, kommunale oder gemeinnützige Einrichtungen der Weiterbildung auch die Schulinfrastruktur ist insbesondere auf die energetische Sanierung ausgerichtet. Dazu zählt beispielsweise auch die Sanierung von Schulturnhallen. Die Anschaffung von Computern in Schulen ist auch diesem Förderbereich zuzuordnen. Unter die Investitionsbereiche Infrastruktur fallen, Städtebau, ländliche Infrastruktur, kommunale Straßen (beschränkt auf Lärmschutzmaßnahmen), Informationstechnologie u. sonstige Infrastrukturmaßnahmen. 
Dies sind sämtliche Investitionen, die zur Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe dienen, u. a. auch Investitionen in Einrichtungen für Menschen m. Behinderungen + Ausrüstungsinvestitionen. Über die konkrete Verwendung der Mittel entscheidet in NRW jede Kommune selbst. Das Land hat den Kommunen die Mittel pauschal zur Verteilung bereitgestellt. http://www.im.nrw.de/bue/364.htm

Nun können wir nur hoffen, dass die Mehrheit der Bürger sich richtig informiert und sie zu der Auffassung gelangen, dass Lüdenscheid sich zur Zeit so einen Platz nicht leisten kann und das Geld für andere wichtigere Projekte besser eingesetzt werden kann.

Hier noch einmal unsere Beweggründe im Einzelnen:

-   das Geld sollte sinnvoller an anderer Stelle investiert werden, der Bedarf ist groß genug  (Gehwege, Straßen,  Barrierefreiheit von öffentlichen Gebäuden, Bushaltestellen etc.,  Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden um auch künftige Heizkosten zu senken und für die Umwelt etwas Gutes zu tun) u. v. m.

 -  die anderen Stadtteile und vor allem die sogenannten „Außenbezirke“ profitieren von einem Mehrgenerationen-Spielplatz in keiner Weise.

-  aktuell gibt es in der Stadt 63 Spielplätze und 18 Bolzplätze, die alle gepflegt und unterhalten werden müssen. Warum wird nicht ein vorhandener Spielplatz mit entsprechenden „Senioren-Spielgeräten“ ergänzt, um zunächst die Resonanz zu testen? Eine solche Alternative wäre wesentlich günstiger!

- welche Folgekosten entstehen für einen solchen Mehrgenerationen-Spielplatz und aus welchen Haushaltsmitteln sollen diese künftig bezahlt werden?

-   öffentliches Geld, das letztendlich vom Steuerzahler, also von uns allen bezahlt wird, soll für eine „Vision von einigen wenigen“ ausgegeben werden. Vor dem Hintergrund  der aktuellen und zukünftig mit Sicherheit noch schwieriger werdenen Haushaltslage unserer Stadt ist ein solches  Projekt zum jetzigen Zeitpunkt völlig verantwortungslos!

-  die Mittel werden nicht eingesetzt, um dringende Maßnahmen durchzuführen, die sonst in den nächsten Jahren vom allgemeinen Haushalt bezahlt werden müssen, eine Haushaltsentlastung findet also nicht statt, die indirekt möglich wäre.

Leserbriefe. Quelle: Lüdenscheider Nachrichten

Zum Leserbrief von Klaus Wieber vom 04.05.2010 zum Thema Mehrgenerationen-Spielplatz

Nicht zu fassen, dass es immer noch Menschen in dieser Stadt gibt, die behaupten, dass das Geld aus dem Konjunkturpaket II nur für einen Mehrgenerationen-Spielplatz ausgegeben werden darf.

Vielleicht hätte Herr Wieber mal zu der Infoversanstaltung der Stadt kommen sollen. Dort hat nämlich unser Bürgermeister höchst persönlich öffentlich zugestanden, dass das Geld für viele, viele andere Dinge ausgegeben werden darf.

Darüber, wer hier welche Tatsachen verdreht, ist in den letzten Monaten lange genug debattiert worden. Auffällig ist jedoch, d. die Befürworter-Leserbriefe fast alle entweder von Mitgliedern der SPD, der Grünen oder der AWO kommen und dass Herr Wieber die gleiche Anschrift wie Herr Harald Metzger (SPD) hat.       ----------------------------------------------------------------------------------------------     Der Mehrgenerationenplatz eine einzige Mogelpackung. Wer bei der Infoveranstaltung genau hingehört hat, konnte unschwer erkennen, dass auf Biegen und Brechen eine Vision "durchgeboxt" werden soll und dabei ein wenig die Tatsachen verdreht wurden. Beispiele gefällig? Gerne:
-  Treppenanlage. Die Sanierung der alten, "bösen" Treppe neben dem Kino soll angeblich 50.000 ? kosten. Eine neune "schöne"  Treppenanlage im Weg, der über den MG-Platz zur Parkstraße führt, soll aber nur 10.000 Euro kosten. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
Bei Errichtung des MG-Platzes wird die Treppe übrigens nicht mehr gebraucht und muss nicht instand gesetzt werden. Und dann??? Abriss, für den kein Geld da ist? Oder die Treppe  oben und unten mit einem Zaun absperren; eine "hübsche" Alternative!
-Spielgeräte. Viele der schönen, neuen und vor allem die interessanten Spielgeräte sind im Preis gar nicht inbegriffen. Da sich unsere Stadt bekanntlich im Nothaushalt befindet werden diese Geräte somit auch nicht realisiert werden können.
-Parkplätze. Mal nötig mal nicht nötig; je nachdem wie gerade argumentiert wird. Ein großer Spielplatz für alle Lüdenscheider, (und die Phänomentabesucher) also müssen Parkplätze her! Der alte Spielplatz unterhalb des Kinos könnte als Parkplatz umgebaut werden - aber auch dafür ist kein Geld vorgesehen. An anderer Stelle der Diskussion werden gar keine Parkplätze benötigt, da nicht mit einen Spielplatz-Tourismus zu rechnen sei. ja, was denn nun?
-Finanzen. Die Kalkulation des MG-Platzes beinhaltet nicht alle Spielgeräte, nicht alle Umbaumaßnahmen und schon gar nicht alle umliegenden Maßnahmen und auch die Folgekosten sind ins Blaue geplant. Was wird am Ende von der "Vision Mehrgenerationen-Spielplatz" übrig bleiben? Eine Dauerbaustelle!!
-Zweiklassenspielplatz. Die Attraktion des Platzes, die Kletteranlage ist kostenpflichtig. Somit sicher nicht für alle Kinder nutzbar. Auch komisch, dass die Verwaltung keine Preise nannte, was solch ein Klettervergnügen kosten wird.  Für alles Andere hatte man Vergleiche zur Hand. 
- Stadt des Lichts. Die Kinobesucher, und nicht nur die, werden sich auch freuen, wenn sie über den MG-Platz zum Parkplatz zu ihrem Auto wollen. Eine Beleuchtung der Wege ist nämlich auch nicht in der Kalkulation enthalten. Wie soll denn da die angedachte soziale Kontrolle durch die Durchläufigkeit in den späten Abendstunden gegeben sein? Wer bitteschön tastet sich denn im Dunkeln über die unbeleuchteten Wege, immer der Gefahr ausgesetzt in Hinterlassenschaften von den geliebten Vierbeinern zu treten, um soziale Kontrolle auszuüben?? 
Aber kein Meckern ohne konstruktiven Gegenvorschlag:
Liebe Stadtplaner, schaut doch einfach mal 5 Gehminuten stadtauswärts. Dort findet sich am Ehrenmal eine tolle Fernsicht über Lüdenscheid. (Ganz kostenneutral und ganz ohne Aussichtsturm.) Im Stadtpark finden sich Wiesen, Bänke, Boulebahnen und ganz viel Naherholung. Wenn dort für kleines Geld in den vorhandenen Spielplatz investiert würde, wären alle tollen Ideen die gestern vorgestellt wurden verwirklicht! Und mit dem restlichen Geld des Konjunkturpaketes könnten noch viele weitere Projekte quer durch alle Stadtteile realisiert werden. Dann hätten auch wirklich alle Lüdenscheider etwas von dem Geld!
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Am 10.02.2010 gab es widersprüchliche Darstellungen der Verwaltung sowie der SPD-Mitglieder im SPD-Haus: Zu der Frage, ob in Lüdenscheid Bedarf an einem solchen Mehrgenerationenspielplatz besteht wurde argumentiert, dass seit dem Wegfall des Gänsegärtchens kaum noch Spiel- und Grünflächen in der Innenstadt vorhanden sind. Hier wandten die Gegner des Mehrgenerationenspiel-platzes ein, dass im Kindergäßchen (Friedrichstraße) und am Sauerfeld (Brighouse-Park) Grün- und Spielflächen vorhanden sind. Die Befürworter konterten, dass diese beiden Spielplätze ja wohl in einem verwahrlosten Zustand sind und dass man dort sein Kind nicht spielen lassen kann. So auch SPD-Frau Doris Petermeier: „Die vorhandenen Spielplätze sind abstoßend.“ Warum sollte sich mit dem Bau eines fast millionenschweren Spielplatzes etwas ändern? Auch dieser Spielplatz wird nach einiger Zeit ver-wahrlost und abstoßend sein. Die Frage, woher auf einmal das Geld für die Pflege dieses Spielplatzes kommen soll, wurde nämlich immer noch nicht beantwortet. Das weitere Argument der Gegner, dass nur 500 m vom Jahnplatz entfernt im Stadtpark ebenfalls ein Spiel- und Bolzplatz vorhanden ist, taten die Befürworter damit ab, dass dort überall Hundekot herumliegen würde. Da der Mehrgenerationenspielplatz nicht umzäunt werden soll (nur der Bolzplatz) wird man wohl das Problem des Hundeklos auch auf die-sem Platz nicht verhindern können.

Karin Löhr behauptet sogar: „Lüdenscheid ist keine familienfreundliche Stadt. Es fehlt oft an Phantasie.“ Auf der Homepage der Stadt Lüdenscheid liest man: „Lüdenscheid wird verwöhnt. Von einer sich überschwänglich ausbreitenden Natur: Berge, Wälder, Seen. Hervorragend gekennzeichnete Wanderwege laden zu ausgedehnten Touren ein.“ An wessen Phantasie fehlt es denn da eigentlich? An den Grünflächen rund um den Jahnplatz hat sich seit Jahrzehnten nichts geändert. Generationen vor uns sind glücklich ohne Familienwiese herangewachsen (und haben trotzdem mehr Kinder gezeugt). Wer draußen etwas unternehmen möchte, findet gerade in Lüdenscheid genug Möglichkeiten. Darüber hinaus steht das Nattenbergstadion zu vielen Zeiten der Allgemeinheit zur Verfügung. Die Entfernungen sind auch nicht größer als die von der Innenstadt zum Jahnplatz.

Ebenso bei der Parkplatzfrage gab es Widersprüche. Einerseits sagten die Verwaltungsabgesandten, dass man nicht mit einem hohen touristischem Aufkommen rechnet, andererseits wurde die Dringlichkeit des Mehrgenerationenspielplatzes damit begründet, dass Besucher der Stadt, sprich diesen Ort in Scharen anfahren würden und dass natürlich auch alle Kinder, Eltern und Großeltern aus den übrigen Stadtge-bieten erwartet werden. (Leserbrief gekürzt)
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"Nun ist es also eine Broschüre, von der uns kleine Kinder zulachen, mit der die Ampelkoalition kontert. Alle Gegner des Mehrgenerationenspielplatzes sehen jetzt natürlich alt aus - wer will denn schon die Herzen unserer Liebsten brechen? Wer möchte jetzt den Spielverderber geben, wenn wir mit geschenktem Geld für glückliche Familien sorgen, für Eintracht zwischen den Generationen? Und alle kritische Fragen werden ja beantwortet: zum Beispiel, dass an keinem Spielplatz gespart wird. In der Tat stehen pro Jahr etwa 120.000 Euro für Reparaturen zur Verfügung. Damit kann die Stadt für jeden der 63 Spielplätze genau 1.900,00 Euro pro Jahr ausgeben. Das reicht natürlich nicht, muss man aber nicht weitersagen. Daher werden auch große Spielgeräte abmontiert statt erneuert.

Und auch die Folgekosten für den Platz werden kleingeschrieben. Der Platz muss scheinbar nicht gepflegt werden und die Ausgabe der Spiele und Schachfiguren kostet wohl nichts. Wenn dem so wäre, sollte die Stadt dieses Modell auf die Bibliothek übertragen. Die wird man nämlich bald schließen müssen, weil das Geld nicht mehr da ist, Bücher auszuleihen.

Ein privater Investor soll zudem ein tolles Klettergerüst aufbauen. Schön, wenn dann die Kinder ohne ausreichende finanzielle Unterstützung bei der einzigen Attraktion des Platzes zuschauen dürfen. Das ist dann ja auch irgendwie eine Lernerfahrung?

Das Geld aus dem Konjunkturpaket kann nur für den Platz ausgegeben werden? Eine beachtliche Interpretation - von dem Geld können nämlich durchaus Investitionen bezahlt werden, die langfristig den Haushalt der Stadt entlasten. Und glaubt wirklich jemand, dass wegen dieses Platzes Menschen in Scharen nach Lüdenscheid umsiedeln oder plötzlich die Geburtenrate in die Höhe schnellt? Diese Stadt steht kurz vor dem Ruin. Der Nothaushalt wird uns bald dazu zwingen, lieb gewonnene und wichtige Einrichtungen zu schließen, Ja, die CDU ist bei diesem Thema Spielverderber. Weil Verantwortung übernehmen auch etwas damit zu tun hat, „Nein“ sagen zu können So schön die Vision vom Mehrgenerationenspielplatz auch ist: wir können ihn uns nicht leisten. Und die CDU möchte, dass unseren Kinder auch in ein paar Jahren noch zum Lachen ist." 
Eine abnorme Vorstellung
Ein zukunftweisendes Thema auch für die Jugend: „Der Mehrgenerationenspielplatz – eine Investition für die Familien in Lüdenscheid“ so heißt es von SPD, Grünen und FDP. Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass dort 870 000 Euro ausgegeben werden sollen, um die Stadt für Menschen attraktiver zu gestalten. Aber wird damit nicht genau das Gegenteil erreicht? Wird durch diese Investition die Haushaltslage der Stadt Lüdenscheid nicht noch mehr geschwächt? Mit diesen 870 000 Euro aus dem Konjunkturpaket II ließen sich beispielsweise auch alte Spielplätze in Lüdenscheid sanieren, Schulgebäude instand setzen und auch die nach EU-Richtlinien nötige Errichtung eines passiven Lärmschutzes tätigen.
Dies sind Investitionen, die in den nächsten Jahren sowieso auf unsere Stadt zu kämen und damit bereits gedeckt wären. Denn die Vorstellung, dass die Stadt Lüdenscheid in den nächsten Jahren Schulden in Rekordhöhe aufnehmen wird, die nachher die heutigen Kinder und Jugendlichen zurückzahlen sollen, diesen Gedanken finde ich, ehrlich gesagt, erschreckend. Denn für mich ist es eine abnorme Vorstellung, dass die Stadt dieses Jahr nach Schätzung der Kämmerei jede Woche über eine Millionen Euro neue Schulden aufnehmen wird. Und vor diesen Summen, die sich dort noch anhäufen werden, habe ich persönlich schon gehörigen Respekt. Daher kann ich die dort tätigen Lokalpolitiker nur bitten, die Investitionen des Konjunkturpaketes II mit gesundem Menschenverstand und Weitsicht auf unsere Zukunft zu tätigen. ________________________________________________________________________________________
Hier geht es doch um die Frage, ob es angesichts eines Haushaltsdefizites von 55 Mio.€ gerechtfertigt ist, über die Hälfte des Geldes aus dem Konjunkturpaket II (870.000,00 €) für eine "Vision" der Grünen zu verschwenden ODER ob es besser wäre, das Geld für viele andere Maßnahmen auszugeben.
Dazu gehören lt.VerwaltungsVorschlag!! z.B. Maßnahmen zur Barrierefreiheit (Bushaltestellen, Aufzüge, Gehwege), Lärmschutz (Flüsterasphalt), Spielplatzerneuerung, Radwegenetz, Projekt Familie+Natur im Stilleking, Breitbandversorgung Brüninghausen und vieles mehr. Darüber spricht aber kein Befürworter des Mehrgenerationen-Spielplatzes.
Es ist doch mehr als legitim, wenn sich Bürger Gedanken über den Sinn oder Unsinn eines Großprojektes am Jahnplatz machen mit dem Vorschlag, das Geld lieber für viele andere und wichtigere Sachen auszugeben, was einer breiten Mehrheit der Bevölkerung zugute käme. Zumindest ist das negative Echo aus der Bevölkerung nicht zu überhören.

Erfolg zumindest ungewiss
Recht früh in der Kindheit habe ich bereits vermittelt bekommen, dass man größere Investitionen doch genau überdenken und diese einer gewissen Prüfung unterziehen sollte.
Stichwort Mehrgenerationenspielplatz. Klingt irgendwie interessant muss ich sagen – durchaus. Jedoch, das sollte man auch festhalten, stellt das Vorhaben sicherlich ein gewisses Risiko dar. Ob diese Maßnahme tatsächlich zu „wichtigen Impulsen für die Stadtentwicklung“ beiträgt, will ich mal an dieser Stelle in den Raum gestellt lassen. Allerdings frage ich mich, ob ein solch wackliges Projekt in dem angestrebten finanziellen Ausmaß nicht deutlich den Bezug zur Realität verloren hat. Ist es denn wirklich nötig, diese lustigen Spielgeräte an dieser gänzlich ungünstigen Lage zu platzieren und mal eben locker flockig die Hälfte des Konjunkturpakets II zu verpulvern? 860 000 Euro für ein Vorhaben auszugeben, dessen Erfolg zumindest ungewiss bleibt, ist meiner Meinung nach nicht wirklich gewissenhaft. In diesem Ausmaße, so erscheint es mir, hat man jedoch sicher gute Chancen, sich für das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler zu empfehlen.
Abenteuerspielplätze bietet auch die Natur (Leserbrief gekürzt)
In Zeiten von Wirtschaftskrise, Hartz IV, Lüdenscheider Tafel , Kinderarmut und leerer Haushaltskassen mutet es schon irgendwie eigentümlich an, dass in unserer Stadt ein teurer Mehrgenerationenspielplatz entstehen soll!
Nein, einen Mehrgenerationenspielplatz brauchen unsere Kinder auch heute noch nicht wirklich! Wohl denen, die Felder und Wälder vor der Tür haben! Es gilt sie nur zu entdecken! Wie viele unserer Kinder haben Fußball auf einer Wiese spielen gelernt und spielen auch heute noch gerne darauf, ohne dabei einen teuren Kunstrasenplatz zu vermissen! Kletterwände, Abenteuerspielplätze bietet die Natur in ihrer ganzen Vielfalt! Bäume haben schon Generationen von Kindern zum Klettern eingeladen und es gibt sie Gott sei dank auch heute noch!
Warum werden also bei der jungen Generation Ansprüche geweckt, die einem „Hartz-IV-Land“ einfach nicht mehr entsprechen? Warum muss den Bürgern in diesem Land alles auf „dem Silbertablett“ serviert werden? Unsere Wohlstands- und Freizeitgesellschaft verfügt über genug Zeit, um selbst initiativ und kreativ zu werden und aktiv die Möglichkeiten des eigenen Lebens und das in der Gemeinschaft neu zu entdecken!
Der Generationenvertrag wird bestimmt nicht durch einen Mehrgenerationenspielplatz eingelöst. „Und sonntags geht’s zu Oma und Opa“ kennen bestimmt noch viele! Vereinsamen nicht gerade deshalb so viele alte Menschen, weil es den Jungen bei dem heutigen „Freizeitstress“ zu lästig ist, die „Alten“ als feste Größe mit in ihr Leben einzubeziehen und gemeinsam nach Möglichkeiten des Miteinanders zu suchen, die Alt und Jung gerecht werden?
Im übrigen gab es auch Überlegungen, das alte IKA-Gelände auf der Höh zu einem Naherholungsgebiet umzugestalten. Erste Ansätze sind vor Ort auch schon zu erkennen. Nur bei dem guten Vorhaben ist es geblieben! Ein wunderschönes Gebiet mit einem hohen Naherholungswert am Rande der Stadt inmitten der Natur ist ungenutzt und lädt wirklich dazu ein, entdeckt zu werden! Auch der Stadtpark bietet vielfältige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung für mehrere Generationen, wie z. B. die Boulebahn.
Warum lernen wir nicht endlich, unsere Ansprüche herunter zu schrauben anstatt sie gerade in schlechten Zeiten noch höher zu fahren? Eigene Kreativität und Improvisation sollten gefördert werden, denn: „Selber machen macht stark!“ Warum wird nicht auch Geld investiert, in dem erfahrene ältere Mitbürger junge Familien anleiten, zur Bodenständigkeit und Einfachheit des Lebens zurück zu finden? Das Projekt könnte dann „Leben lernen“ heißen!




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